3. bis 17. Mai / OPEN ART 26










Unverfügbarkeit – nicht nur inhaltlich ein Thema, sondern in diesem Fall auch ganz konkret im organisatorischen Teil meines Beitrags zum diesjährigen Open Art Festival.
Ausgangspunkt waren zwei Schaukästen in der Freiburger Innenstadt, direkt am Bertholdsbrunnen, an der Ecke eines Geschäftshauses. Sie waren leer, als ich sie entdeckt habe, und auch noch leer, als ich meine Arbeit dafür konzipiert habe. Inzwischen werden sie zu Werbezwecken genutzt. Meine Anfrage, sie für die Dauer des Festivals zwischennutzen zu dürfen, wurde leider abgelehnt.
So musste ich kurzfristig umplanen.
Anstatt das Bildpaar wie ursprünglich vorgesehen in den beiden Kästen zu zeigen, ist die Arbeit nun in vielfacher Ausführung im Stadtraum verteilt – als Sticker. Mal als Paar, mal einzeln. Das Prinzip des Gegenübers, des Vergleichens und des genauen Hinsehens, das sich durch die Ecksituation ergeben hätte, wird so auf andere Weise aufgegriffen und in den Stadtraum übertragen. Die Entscheidung für Sticker ist dabei bewusst gewählt: als eine der unmittelbarsten Möglichkeiten, Bilder in den öffentlichen Raum zu bringen. An verschiedenen Orten in Freiburg liegen die Sticker zur Mitnahme aus.
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Zur Arbeit
Als Stillleben angelegt, verweisen die Fotografien auf eine private Erfahrung: das Kinderkriegen und Kinderhaben. Ein Inbegriff von Unverfügbarkeit – eine Zeit, in der sich der eigene Körper und der eigene Rhythmus nicht planen oder beschleunigen lassen und sich der Blick auf die Welt verschiebt. Der Titel benennt nüchtern, was getan wird, verweist aber zugleich auf einen Zustand. Das Stillen bringt Zwangspausen mit sich, Momente des Innehaltens und der Bindung an einen körperlichen Zustand.
Die Arbeit besteht aus zwei Fotografien, die sich formal ähneln, inhaltlich jedoch unterscheiden. In dem einen Bild gibt es keinen direkten Hinweis auf die Tätigkeit; es zeigt ein Stillleben. Im zweiten Bild erscheint das Baby angeschnitten und unscharf im Vordergrund. Der formale Unterschied zwischen den Bildern ist gering, der Bedeutungsunterschied jedoch groß.
Das Wechseln zwischen den beiden Fotografien erfordert genaues Hinsehen. Betrachtende geraten selbst in einen Zustand des Beobachtens und Vergleichens. Zwei Bilder treten nebeneinander und verweisen auf zwei Zustände, zwei Leben, zwei Rollen – und auch auf zwei Menschen. Der Blick der stillenden Person wird für einen Moment zum Blick der Betrachtenden – ein fragmentarisches Sehen, das keine vollständige Kontrolle erlaubt. Unverfügbar. Zugleich erinnert die Arbeit daran, dass Fotografie immer nur einen Ausschnitt zeigt.
Im Kontext der OPEN ART 26 treffen diese stillen, privaten Bilder auf den öffentlichen, lauten, bewegten Raum der Innenstadt.
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Eva Olbricht: Kontakt Info  Arbeiten
Nach Ende der Laufzeit des Festivals befindet sich an dieser Stelle wieder die reguläre Artist Homepage.
3. bis 17. Mai / OPEN ART 26











Unverfügbarkeit – nicht nur inhaltlich ein Thema, sondern in diesem Fall auch ganz konkret im organisatorischen Teil meines Beitrags zum diesjährigen Open Art Festival.
Ausgangspunkt waren zwei Schaukästen in der Freiburger Innenstadt, direkt am Bertholdsbrunnen, an der Ecke eines Geschäftshauses. Sie waren leer, als ich sie entdeckt habe, und auch noch leer, als ich meine Arbeit dafür konzipiert habe. Inzwischen werden sie zu Werbezwecken genutzt. Meine Anfrage, sie für die Dauer des Festivals zwischennutzen zu dürfen, wurde leider abgelehnt.
So musste ich kurzfristig umplanen.
Anstatt das Bildpaar wie ursprünglich vorgesehen in den beiden Kästen zu zeigen, ist die Arbeit nun in vielfacher Ausführung im Stadtraum verteilt – als Sticker. Mal als Paar, mal einzeln. Das Prinzip des Gegenübers, des Vergleichens und des genauen Hinsehens, das sich durch die Ecksituation ergeben hätte, wird so auf andere Weise aufgegriffen und in den Stadtraum übertragen. Die Entscheidung für Sticker ist dabei bewusst gewählt: als eine der unmittelbarsten Möglichkeiten, Bilder in den öffentlichen Raum zu bringen. An verschiedenen Orten in Freiburg liegen die Sticker zur Mitnahme aus.
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Zur Arbeit
Als Stillleben angelegt, verweisen die Fotografien auf eine private Erfahrung: das Kinderkriegen und Kinderhaben. Ein Inbegriff von Unverfügbarkeit – eine Zeit, in der sich der eigene Körper und der eigene Rhythmus nicht planen oder beschleunigen lassen und sich der Blick auf die Welt verschiebt. Der Titel benennt nüchtern, was getan wird, verweist aber zugleich auf einen Zustand. Das Stillen bringt Zwangspausen mit sich, Momente des Innehaltens und der Bindung an einen körperlichen Zustand.
Die Arbeit besteht aus zwei Fotografien, die sich formal ähneln, inhaltlich jedoch unterscheiden. In dem einen Bild gibt es keinen direkten Hinweis auf die Tätigkeit; es zeigt ein Stillleben. Im zweiten Bild erscheint das Baby angeschnitten und unscharf im Vordergrund. Der formale Unterschied zwischen den Bildern ist gering, der Bedeutungsunterschied jedoch groß.
Das Wechseln zwischen den beiden Fotografien erfordert genaues Hinsehen. Betrachtende geraten selbst in einen Zustand des Beobachtens und Vergleichens. Zwei Bilder treten nebeneinander und verweisen auf zwei Zustände, zwei Leben, zwei Rollen – und auch auf zwei Menschen. Der Blick der stillenden Person wird für einen Moment zum Blick der Betrachtenden – ein fragmentarisches Sehen, das keine vollständige Kontrolle erlaubt. Unverfügbar. Zugleich erinnert die Arbeit daran, dass Fotografie immer nur einen Ausschnitt zeigt.
Im Kontext der OPEN ART 26 treffen diese stillen, privaten Bilder auf den öffentlichen, lauten, bewegten Raum der Innenstadt.
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Eva Olbricht: Kontakt Info  Arbeiten
Nach Ende der Laufzeit des Festivals befindet sich an dieser Stelle wieder die reguläre Artist Homepage.